Specht - Grölldeifl

Grölldeifl
Konnersreuth
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Hintergrundwissen
d´Specht

Die Rauhnachtstage, die Zeit von Dezember bis Januar sind ein sagenumwobener, lebendiger Zeitraum. Denn egal wohin man blickt überall sind Weihnachtsmärkte die ausreichend Platz für aktive Brauchtumsgruppen bieten. In jeder Region Bayerns werden seit einigen Jahren bewusst wieder alte Traditionen hervor gekramt und aktiv praktiziert.

So gibt man sich im Bayrischen Wald mit Herz dem Wolfsauslassen hin, im Allgäu kommen die schiachen Perchten und die Buttnmandeln hervor. Und bei uns, bei uns in der nördlichen Oberpfalz? Ja, da wetzt die Frau Schnabelspecht aus ihrem dunklen Wald heraus. Jedes Jahr am Hl. Abend, mittags um 12 Uhr, kummts des alte Weiberl, in abgetragener, schmutziger Kleidung, die Haare vogelwild. An ihren Kleiderfetzen hängt Stroh, an ihren abgetretenen Schuhen klebt der halbe Wald. Doch in all ihrer armseligen Pracht läuft sie wetzend durch die Straßen. „Wetza, wetza Bäch äfschneidn!“, kreischt sie, und jedem sticht sofort eins ins Auge: ihre glänzende Sichel, die sie fest in der Hand trägt und an ihrem Wetzstoa schleift.

Wer dieses schaurige Knirschen hört, der sucht schnell das Weite und wahrlich sollte man Frau Schnabelspecht nicht erzürnen. Denn seit jeher besteht ein Pakt zwischen dem Mensch und der Alten. Gibt man ihr am Weihnachtstage die schnöden Reste des Festmahls zur Mittagszeit, wird sie auch im kommenden Jahr für reichlich Ernte sorgen und den Mensch mit Leid verschonen. Doch verwehrt man ihr Fischgräten, Kirschkerne oder andere Reste dann gilt: Wehe dem, der diesen Pakt bricht.........
Und seit auf der Hut: die Specht lauert in den finstern Scheunen, hinter manch so altem Baum nur auf die einzigste kleine Verfehlung.

Die Specht gilt nicht nur als Fruchtbarkeitsritual, sondern will auch Kinder herausfordern, ihre Ängste zu überwinden und diesen mutig entgegenzustehen. Beim „Essentragen“ zur Specht wird dies herausgefordert und manchmal sogar mit etwas Dörrobst von der Specht belohnt.

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